Entdecken Sie das Werk von Serge Lecoq in der Art Gallery Espace Candide, wo das Material zu Sprache und Erinnerung wird. Anhand von zerrissenen, zusammengesetzten und vernähten Leinwänden erkundet der Künstler das Ende eines Zyklus und das Versprechen einer Verwandlung.
An der Schnittstelle zwischen Rohmaterial und Erinnerung tritt Serge Lecoq in einen viszeralen Dialog mit der Leinwand. In Anlehnung an die „Support/Surface“-Bewegung befreit er den Träger von seiner traditionellen Funktion: Hier nimmt der Stoff das Bild nicht auf; er wird selbst zum Bild. In dieser Serie erforscht Serge Lecoq das Ende eines Zyklus, in dem das Sommerlicht nachlässt und die Schatten länger werden. Seine Werke stehen in Resonanz mit den Ritualen der Alpentäler, jenem schwebenden Moment, in dem in einer überlieferten Geste die Strohfiguren – die „Paolles“ – verbrannt werden, um die Ernte abzuschließen und die Erneuerung vorzubereiten. Das Werk des Künstlers beschwört so die urzeitliche Vorstellungswelt herauf. Seine Leinwände, zerrissen durch die Geste, sind wie Häute, die man zerreißt, um sie besser wieder zusammenzunähen. Das Patchwork wird zu einer Architektur der Erinnerung, zu einer Zusammenstellung von Fragmenten, in der die Nähte die Narben der Zeit markieren. Die hier präsentierten Werke sind das Ergebnis dieser Verwandlung: ein Material, das abwechselnd verwundet und wiederhergestellt wird und uns daran erinnert, dass jedes Sommerende ein Versprechen der Metamorphose ist. Zwischen symbolischer Asche und der Robustheit des Gewebes lädt uns Serge Lecoq zu einem Streifzug ein, bei dem das Material zur Sprache wird und die Geste zu einer Feier dessen, was das Feuer überlebt.